Sexualität ist eine Welt – BDSM ist eine Landschaft

Workshop für SexualtherapeutInnen, PaarberaterInnen und SexualpädagogikerInnenIst BDSM und Fetischismus in die Mitte der Gesellschaft gerückt?
Medial und virtuell werden wir von diesem Thema fast überrollt. Aber dieser mediale Hype steht im Widerspruch zum weitgehenden Schweigen über Menschen, die BDSM sexuell bewegt, was sie dabei bewegt und für die BDSM ein wichtiges Thema ist. Unser Workshop ist für Sexual- und PaartherapeutInnen gedacht und für alle, die in sexualpädagogischen und sozialarbeiterischen Zusammenhängen auf dem komplexen Gelände sexueller Beziehungen unterwegs sind.
Seit 2011 beraten wir hauptsächlich Paare und sexuelle Partnerschaften für die BDSM, Fetisch oder andere „abweichende“ sexuelle Hintergründe eine entscheidende Rolle spielen. Wir bieten also Erkenntnisse und Erfahrungen aus einer erfahrungsgesättigten Perspektive.

Dozenten: Leona Weber, BDSM-Coach und Sexualtherapeutin und Norbert Elb, Sexualwissenschaftler und Paarberater

Kosten: 250€ Pro Person, incl. Verpflegung
Anreise und Programm folgt.

Inhalte:

Wie kann BDSM wissenschaftlich beschrieben werden?
Was ist anders an dieser anderen Sexualität?
Was sind sexuelle Scripts und wie entstehen BDSM-Scripts?
Sexuelle Empfindungen und sexuelle Themen im BDSM.
Wieso kann Gewalt und Macht faszinierend sein?
Wann hat Fetischismus etwas mit BDSM zu tun – und wann auch vielleicht nicht?
Funktioniert BDSM wie ein immaterieller Fetisch?
BDSM zwischen Triebtätersyndrom und grenzbewußten Sadomasochismus – Normalisierungsstrategien von BDSMerInnen.
Welche Dilemmas entfalten sich bei sadomasochistischen Sexualitäten?
Wie kann BDSM-Autoerotik ausagiert werden?
Was passiert, wenn nur einer der beiden PartnerInnen BDSM sexualisieren kann?
Wie können sich unterschwellige oder halbbewusste BDSM-Tendenzen in einer Paarbeziehung ausdrücken?
Sind 24/7-Beziehungen verwirklichbar?
Ist die Dynamik des BDSM-Paares anders als eines Mainstream-Paares?
Über die Anwendung der systemischen Sexualtherapie (Schnarch, Clement, Perel) auf sadomasochistische Paarkonstellationen.
Das Liebe/Erotik-Dilemma in sadomasochistischen Partnerschaften.
Welche Beziehungen bestehen zwischen BDSM/Fetischismus und Polyamory, (Neo-)Tantra, Bisexualität, Transsexualität?
Gibt es eine quantitative Dominanz des Masochismus im BDSM?
Warum ist die freudianische Psychoanalyse für BDSM und Fetischismus problematisch?

Themen wie diese wollen wir in unserem Workshop mit den Mittel systemischer Sexualtherapie bearbeiten. Diese Themen wollen wir problematisieren und lösungsorientiert konzeptualisieren. Das Einbringen von (anonymen) Vignetten der TeilnehmerInnen des Workshops ist ausdrücklich erwünscht – auch wenn der Workshop keine Supervision ist.

Der Workshop findet in  Stuttgart statt.

Wir beginnen Samstag morgen um 10.00Uhr und enden am Sonntag so gegen 16.00 Uhr.

 

 

Literatur:

Elb, Norbert (2006): SM-Sexualität. Selbstorganisation einer sexuellen Subkultur. Band 88. Reihe „Beiträge zur Sexualforschung“. Gießen (Psychosozial)Elb, Norbert (2008). „Liebe/Erotik-Dilemma und kontrollierte Promiskuität in SM-Beziehungen“. In: Hill, A.; Briken, P.; Berner, W. (Hg.): Lust-voller Schmerz. Sadomasochistische Perspektiven. Gießen (Psychosozial), S. 133-139Wagner, Elisabeth (2014): Grenzbewusster Sadomasochismus. SM-Sexualität zwischen Normbruch und Normbestätigung. Bielefeld (transcript)